Taijiquan (Tai-Chi) ist eine der beliebtesten chinesischen Kampfkünste. Als Bewegungskunst, die unterschiedliche Aspekte der Selbstverteidigung, Gesundheitsübung und meditativen Geistesschulung  miteinander vereint, hat das Taijiquan es bis weit über die Landesgrenzen Chinas hinaus zu Popularität gebracht.

Die konkreten Bewegungsformen und Übungen entstanden wahrscheinlich vor ca. 400 Jahren. Chen Wangting aus dem Ort Chenjiagou aus der zentralchinesischen Provinz Henan kreierte aus Basis weit älterer Praktiken und auf Grundlage der philosophischen und mystischen Traditionen Chinas Soloformen und Partner-Sets, die innerhalb seines Clans über Generationen weitergegeben wurden. Chen Changxing (1771-1853) reformierte die Übungen und unterrichtete Yang Luchan darin. Von dort aus entstanden die Richtungen des Yang-Stils, der Familien Wu/Hao, Wu und Sun und weitere Traditionslinien, die häufig unterschiedliche Schwerpunkte setzen und teils auch sehr unterschiedlich trainieren. Authentisch sind sie bei gewissenhafter Ausübung grundsätzlich alle.

Zudem setzen nicht nur die Stile, sondern natürlich oft auch die einzelnen Trainer ebenfalls oft Schwerpunkte bei ihrer Arbeit.

Daher lohnt es sich aber für Neuanfänger durchaus, unterschiedliche Schulen zu besuchen und Probestunden zu absolvieren. Wenn Taijiquan in der einen Schule nicht zu einem passt, kann es sein, dass eine andere Schule genau das anbietet, was man gesucht hat.

Grundsätzlich basiert Taijiquan auf dem Gedanken von Yin und Yang und der Balance. So wird auch im Training eine stete Ausgeglichenheit angestrebt: mal strukturiert und langsam, mal dynamisch und explosiv, mal eher mentale Aspekte fokussierend, mal körperliche Grundlagen schaffend und so weiter.

(c) Nabil Ranné, Berlin, 2017

Nabil leitet das „Chen-Stil Taijiquan (Taichi) des CTND Berlin“. Hier ist der Link zu seinem Eintrag:

Chen-Stil Taijiquan (Taichi) des CTND Berlin