Was ist Combat Systema?

Combat Systema ist ein modernes, wissenschaftlich basiertes Selbstverteidigungssystem – aber wo hat es seine Ursprünge? Viele Menschen können gar nicht glauben, dass es auch Kampfkünste gibt, die nicht aus Asien stammen. Tatsächlich aber hat eigentlich jede Zivilisationen, die ein bisschen Zeit auf der Weltbühne verbracht hat, ihre ganz eigenen Kampfkünste. Das gilt auch für Russland und seine Traditionen.

Die Wurzeln des Skobar (Kampf mit bloßen Fäusten) aus dem viel später u.a. Systema und erst 2010 Combat Systema entstanden sind, reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. In Aufzeichnungen ist von Ost-Slawischen Stämmen (auf heutigem russischen Gebiet) die Rede, die  bei Festlichkeiten einzeln oder in ganzen Gruppen gegeneinander kämpften. Russland war auch damals schon ein riesiges Land. Seine Grenzen erstreckten sich bereits im Mittelalter über enorme Entfernungen. Invasionen und Kämpfe gehörten zum Alltag. Die Einwohner sahen sich ständig neuen Gegnern mit exotischen Waffen gegenüber. Innerhalb Russlands gab es zudem gewaltige geographische Unterschiede. Die Kampftaktiken mussten deswegen sehr flexibel sein, um sich den ständig neuen Situationen und Gegebenheiten anpassen zu können. Das ist ein Grund dafür, warum traditionelle russische Kampfkünste so frei in ihren Bewegungen und so verspielt sind.

Geschichtlich gesehen, entstand das heute bekannte Systema, was einfach nur soviel bedeutet wie „Das System“, zu Zeiten der Sowjetunion, also im Kalten Krieg. Die damalige Sowjet-Regierung gab die wohl umfangreichste, staatlich geförderte Untersuchung in Auftrag, um herauszufinden, wie sich die Kampfleistung der Soldaten steigern lassen könnte. Experten wurden weltweit entsendet, um die verschiedensten Kampfkünste zu studieren. Die so gewonnen Erkenntnisse wurden getestet und die besten Resultate wurden mit den eigenen russischen Kampfkünsten verknüpft. Auf diese Weise entstanden sowjetische Kampfkünste, darunter Sport Sambo, Combat Sambo und Samoz. Samoz wurde später noch weiter modifiziert und als Systema bekannt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Union brachten Ex-Soldaten, die aus Russland fortgingen, nach und nach ihr Wissen in die Welt.

Combat Systema ist die moderne Weiterentwicklung des „alten Systema“ und wurde im Jahre 2010 von dem Kanadier Kevin Secours gegründet. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftlich basiertes Selbstverteidigungssystem, das die Prinzipien von asiatischen, slawischen und westlichen Kampfkünsten kombiniert. Moderne Erkenntnisse aus der Medizin und der Biomechanik fließen ebenso in das Training mit ein, wie neue Erkenntnisse aus der Psychologie. Combat Systema ist prinzipienbasiert, d. h. es werden zwar Techniken zur Veranschaulichung der Prinzipien gezeigt, aber diese Techniken sind nicht in Stein gemeißelt. Sie dienen nur der Veranschaulichung.

Jedes Training folgt dem Prinzip der drei Phasen nach Donald Meichenbaum:

  1. Informationsphase
  2. Übungsphase
  3. Anwendungsphase

Im Combat Systema dienen sechs verschiedene Level dazu, Anwärter auf Ihrem Weg zum Instructor vorzubereiten.

  • Apprentice Instructor (Ausbilder auf Probe)
  • Instructor (Ausbilder)
  • Full Instructor (Komplett fertiger Ausbilder)
  • Senior Instructor (Leitender Ausbilder)

In der International Combat Systema Association (kurz ICSA) ist die Organisaion weltweit verknüpft. Die Hauptverwaltung befindet sich in Montreal, Kanada, unter der Leitung von Kevin Secours.

(c) Volker Heckt, Duisburg, 2017

Volker leitet das „Combat Systema Dojo Duisburg“. Hier ist der Link zu seinem Eintrag: 

Combat Systema Duisburg